Diesen Brennstoffzellenbus hat die DVG im Jahr 2022 getestet

Wasserstoffbusse für Duisburg

Gemeinsam mit der Stadt Duisburg modernisieren wir unsere Infrastruktur, damit der Nahverkehr in Zukunft klimafreundlicher und leiser unterwegs ist.

Die neuen Brennstoffzellenbusse sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem emissionsfreien ÖPNV und zeigen, wie Mobilität in Duisburg in den kommenden Jahren aussehen kann.

Nach dem Ratsbeschluss im November 2022 haben wir 25 Wasserstoffbusse inklusive Tankstellen- und Werkstattinfrastruktur bestellt. Solaris erhielt im Juli 2023 den Zuschlag. Geliefert wurden 11 Solobusse vom Typ Solaris Urbino 12 hydrogen und 14 Gelenkbusse vom Typ Solaris Urbino 18 hydrogen. Für diese Fahrzeuge investieren wir rund 20,5 Millionen Euro. Der VRR unterstützt das Projekt mit rund 6,8 Millionen Euro.

Die elf Solobusse wurden früher als geplant ausgeliefert und sind seit März 2025 im Einsatz. Die 14 Gelenkbusse folgten im August 2025 – ebenfalls vorzeitig.

Ein weiterer großer Schritt ist die Beschaffung von 55 zusätzlichen Brennstoffzellenbussen. Dafür erhalten wir Fördermittel des Bundesministeriums für Verkehr in Höhe von 14.851.200 Euro. Geplant sind 26 Standardbusse und 29 Gelenkbusse. Die Auslieferung erfolgt in drei Etappen bis Ende 2028. Insgesamt investieren wir rund 47 Millionen Euro. Die Förderung erfolgt im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“, koordiniert durch die NOW GmbH und umgesetzt durch den Projektträger Jülich.

Mit diesen Fahrzeugen bauen wir den Anteil emissionsfreier Busse weiter aus und leisten einen Beitrag zu einer klimafreundlichen Zukunft in Duisburg. Sie fahren lokal emissionsfrei und leise. Das sorgt für bessere Luft und weniger Lärm. Fahrgäste und Fahrpersonal profitieren von einer komfortablen Ausstattung mit Klimatisierung, großzügigen Sondernutzungsflächen und modernen Assistenzsystemen.

Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Informationen zum Projekt Wasserstoffbusse zusammengestellt:


Wasserstoffbusse in Duisburg – kurz erklärt

Die DVG setzt im Linienverkehr Wasserstoffbusse ein, die lokal emissionsfrei fahren. Der Wasserstoff wird in Tanks auf dem Fahrzeugdach gespeichert und in einer Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt. Seit 2025 sind erste Fahrzeuge im Einsatz. Insgesamt sollen bis 2028 bis zu 80 Brennstoffzellenbusse in Duisburg unterwegs sein.


Technologie und Infrastruktur

Die Fahrzeuge fahren mit gasförmigem Wasserstoff, der in Tanks auf dem Fahrzeugdach gespeichert wird. In der Brennstoffzelle entsteht durch eine elektrochemische Reaktion elektrische Energie, die direkt in den Elektroantrieb fließt. Als Nebenprodukte entstehen Wärme und Wasserdampf.

Die Busse sind mit Brennstoffzellenmodulen mit 70 kW oder 100 kW Leistung ausgestattet. Die Antriebsleistung beträgt 160 kW beim Solobus und 240 kW beim Gelenkbus. Eine Tankfüllung ermöglicht bis zu 400 Kilometer Reichweite.

Für Tank- und Werkstattinfrastruktur investieren wir rund 20 Millionen Euro. Das Land fördert davon rund 18 Millionen Euro. Aktuell erfolgt die Betankung über eine mobile Wasserstofftankstelle auf dem Betriebshof Unkelstein.

So sehen die DVG-Wasserstoffbusse aus

Das Design orientiert sich an unserer bestehenden Busflotte: weiß mit rotem Streifen. Neu ist die rote Einfassung der Radkästen, die Reparaturen erleichtert. Eine blaue Sonderbeklebung macht den Wasserstoffantrieb gut sichtbar.

Ausstattung & Barrierefreiheit

Die Busse sind vollklimatisiert und bieten moderne, leicht verständliche Ausstattungselemente für eine angenehme Fahrt:

  • Holzoptik-Fußboden wie in unseren Elektrobussen
  • rote Haltestangen zur besseren Orientierung
  • USB-Anschlüsse
  • TFT-Bildschirme für Haltestelleninformationen
  • zwei Sondernutzungsflächen an der zweiten Tür für Rollstühle und Kinderwagen
  • Klappsitze im Mehrzweckbereich

Für das Fahrpersonal stehen unter anderem bereit:

  • klimatisierter Sitz mit Lordosenstütze
  • elektrisch verstellbarer Innenspiegel
  • geschützte Fahrerkabine
  • Assistenzsysteme zur Erkennung von zu Fuß gehenden und Radfahrenden
  • Videoüberwachung

Fragen & Antworten zur Beschaffung

Mit dem Saubere-Straßenfahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz (externer Link, öffnet in neuem Tab) (SaubFahrzeug-BeschG), das am 2. August 2021 in Kraft getreten ist, hat Deutschland die Vorgaben der europäischen Clean-Vehicles-Directive (externer Link, öffnet in neuem Tab) (CVD) verbindlich in deutsches Recht umgesetzt.

Für uns als öffentlichen Auftraggeber bedeutet das: Seit August 2021 müssen mindestens 45 Prozent aller neu beschafften Busse als „saubere Fahrzeuge“ gelten – also Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Die Hälfte davon muss vollständig emissionsfrei sein.
Ab dem Jahr 2026 steigt diese Quote auf 65 Prozent.

Der Rat der Stadt Duisburg hat bereits im März 2022 der Beschaffung von zehn Brennstoffzellenbussen sowie einer skalierbaren Tankstellen- und Werkstattinfrastruktur zugestimmt. Grundlage dieser Entscheidung war eine Studie aus dem Jahr 2021.
Mit dieser Zustimmung hat der Rat die strategische Richtung vorgegeben: Duisburg soll seine Klimaziele erreichen. Dazu gehört auch, den Nahverkehr emissionsärmer zu machen, Energiequellen aus der Region zu nutzen und weitere städtische Akteure einzubinden.
Die Entscheidung des Rates ist daher ein zentraler Bestandteil der Antriebswende im Duisburger ÖPNV.

Unsere Elektrobusse, die seit März 2022 auf der Linie 934 unterwegs sind, bleiben weiterhin im Einsatz. Für die weitere Beschaffung hat der Rat jedoch auf Grundlage einer detaillierten Studie die Entscheidung für Brennstoffzellenbusse getroffen.

Gemeinsam mit der EMCEL GmbH wurden verschiedene Technologierichtungen untersucht und bewertet. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Brennstoffzellenbusse unter den Bedingungen in Duisburg – Logistikdrehscheibe, Industriestandort, vorhandene Wasserstoffkompetenz, topografische Anforderungen – technologische, wirtschaftliche und ökologische Vorteile gegenüber anderen Antriebsarten bieten. Daher sind die Ergebnisse nicht auf andere Städte oder Verkehrsgesellschaften übertragbar.

Wesentliche Erkenntnisse der Studie:

  • Die Infrastrukturkosten sind geringer, weil keine großen Anpassungen an der Stromnetz-Infrastruktur notwendig wären.
  • Die Reichweite der Brennstoffzellenbusse ist mit der heutiger Dieselbusse vergleichbar.
  • Beim Einsatz von grünem Wasserstoff fallen geringere CO₂-Emissionen an als bei mit Grünstrom betriebenen batterieelektrischen Bussen mit fossilem Zusatzheizer.
  • Selbst bei grauem Wasserstoff spart ein Brennstoffzellenbus im Vergleich zu einem Dieselbus durchschnittlich rund 16,5 Tonnen CO₂ pro Jahr ein.
  • Bei grünem Wasserstoff erhöht sich die Einsparung laut Studie auf etwa 89,1 Tonnen CO₂ pro Bus und Jahr.

Die Untersuchung basiert auf vertraulichen betriebswirtschaftlichen Daten der DVG. Deshalb kann die Studie nicht veröffentlicht werden. Fragen zum methodischen Vorgehen können an die EMCEL GmbH gerichtet werden.

Die Entscheidung für Brennstoffzellenbusse basiert damit auf einer Kombination aus Anforderungen der Stadt, technischen Rahmenbedingungen und der langfristig wirtschaftlichsten Lösung für den Standort Duisburg.

Bevor die Wasserstoffbusse im Linienbetrieb starten konnten, waren umfangreiche Schulungen und Testfahrten notwendig. Das Fahr- und Werkstattpersonal musste sich mit der neuen Technik vertraut machen und die betriebliche Handhabung der Fahrzeuge erproben.
Seit dem 1. März 2025 sind die ersten Brennstoffzellenbusse im regulären Linienverkehr unterwegs.

Aktueller Stand & Ausblick

Seit März 2025 sammeln wir im täglichen Linienbetrieb umfangreiche Erfahrungen mit der neuen Technologie. Die Antriebe arbeiten zuverlässig. Anfangs auftretende Softwareprobleme einzelner Assistenzsysteme konnten wir durch Updates deutlich reduzieren.

Mit den zusätzlichen 55 Brennstoffzellenbussen bauen wir unseren emissionsfreien Fuhrpark weiter aus. Voraussetzung für weitere Beschaffungen bleiben verfügbare Fördermittel und entsprechende Ratsbeschlüsse.

Für Duisburg bedeutet das: Der Nahverkehr entwickelt sich weiter in Richtung Umweltfreundlichkeit, moderne Technik und leiserer Mobilität im Stadtgebiet.