14 neue Wasserstoff-Gelenkbusse für nachhaltige Mobilität in Duisburg

23.09.2025
Die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) arbeitet gemeinsam mit der Stadt Duisburg an der Modernisierung der Infrastruktur für einen zukunftsfähigen und nachhaltigen ÖPNV. In den vergangenen Jahren haben DVG und Stadt bereits viel erreicht.

Früher als geplant sind 14 neue Wasserstoff-Gelenkbusse vom Typ Solaris Urbino 18 hydrogen auf dem Betriebshof Unkelstein eingetroffen. Ursprünglich war die Auslieferung der Fahrzeuge bis Ende 2025 vorgesehen. Kurz vor dem Start des regulären Linienbetriebs der neuen Wasserstoff-Gelenkbusse haben jetzt Oberbürgermeister Sören Link und DVG-Technikvorstand Andreas Gutschek die neuen wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenbusse vorgestellt. Mit einer aufmerksamkeitsstarken Beklebung werden künftig drei der 14 Wasserstoff-Gelenkbusse durch Duisburg fahren und auf die Internationale Gartenausstellung Ruhrgebiet 2027 (IGA) im Duisburger Stadtgebiet hinweisen.

„Wir wollen für Duisburg einen Nahverkehr, der verlässlich, zukunftsfähig und klimafreundlich ist. Wasserstoff spielt dabei eine Schlüsselrolle. Die neuen Wasserstoff-Gelenkbusse zeigen, wie Innovation und Alltag zusammenpassen“, betont Oberbürgermeister Sören Link.

„Mit den neuen Wasserstoff-Gelenkbussen treibt die DVG die Antriebswende ihrer Busflotte weiter voran. Die Inbetriebnahme von weiteren 14 Wasserstoffbussen ist der nächste wichtige Schritt hin zu einem komplett emissionsfreien Nahverkehr in Duisburg. Wir wollen als Verkehrsunternehmen diesen Weg weiter gehen. Dabei sind wir auch in Zukunft auf Fördergelder angewiesen. Denn ohne effektive Unterstützung von Bund und Land werden wir nicht in der Lage sein, diesen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz und zur Steigerung der Lebensqualität in Duisburg zu leisten“, sagt Andreas Gutschek, Technik-Vorstand der DVG.

Bereits seit März 2025 sind 11 Standard-Wasserstoffbusse vom Typ Solaris Urbino 12 hydrogen im regulären Linieneinsatz. Mit den neuen Gelenkbussen geht die DVG einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem emissionsfreien ÖPNV in Duisburg. Die neuen Fahrzeuge sind 18 Meter lang, bieten Platz für bis zu 136 Fahrgäste und haben eine Reichweite von mindestens 400 Kilometern. Fahrgäste und Fahrpersonal profitieren von einer komfortablen und multifunktionalen Innenausstattung mit Klimatisierung, großzügigen Sondernutzungsflächen sowie Assistenzsystemen. Getankt wird an der mobilen Wasserstofftankstelle auf dem DVG-Busbetriebshof am Unkelstein in nur rund 20 Minuten.
 

Vorbereitung für den Linienbetrieb läuft
Bevor die neuen Gelenkbusse in den regulären Fahrgastbetrieb starten, werden sie mit DVG-eigener Technik ausgestattet. Dazu zählen unter anderem Bordrechner, Einstiegskontrollsysteme, Entwerter sowie Geräte zur digitalen Fahrdatenübertragung. Anschließend erfolgen umfassende Funktionsprüfungen aller Systeme.

Nach der technischen Abnahme werden die Fahrzeuge mit dem DVG-Branding sowie relevanten Fahrgastinformationen versehen. Bevor sie auf Duisburgs Straßen unterwegs sind, werden sie auch zu Test- und Schulungszwecken für das Fahrpersonal eingesetzt.

Die neuen Busse werden im gesamten Stadtgebiet eingesetzt. In den Linienbetrieb starten sie nach und nach, abhängig vom Fortschritt der Inbetriebnahme jedes einzelnen Busses.

Tankinfrastruktur: Von mobil zu stationär
Die Betankung der neuen Gelenkbusse erfolgt – wie auch schon bei den Standard-Wasserstoffbussen – zunächst an einer mobilen Wasserstoff-Tankstelle auf dem Busbetriebshof der DVG. Die mobile Einrichtung überbrückt die Zeit bis zur Fertigstellung der stationären Wasserstofftankstelle, die durch Fördermittel finanziert wird und voraussichtlich im vierten Quartal 2026 in Betrieb geht.

Zukunft der Busflotte: Fokus auf alternative Antriebe
Mit den 14 neuen Gelenkbussen steigt die Zahl der lokal emissionsfreien Fahrzeuge im Fuhrpark der DVG auf 32 Fahrzeuge: 25 Wasserstoff- und 7 Batteriebusse. Das entspricht rund einem Drittel der über 100 Fahrzeuge umfassenden Gesamtflotte. Das Ziel besteht darin, bis Anfang der 2030er Jahre die komplette Flotte auf alternative Antriebe umzustellen. Die DVG beobachtet die Marktentwicklung genau und zeigt sich angesichts der fortgeführten Bundesförderungen für alternative Antriebe optimistisch, den eingeschlagenen Weg fortsetzen zu können.

Gefördert mit Landesmitteln
Die DVG hat 25 Wasserstoffbusse im Juli 2023 bestellt. Der Bushersteller Solaris hatte bereits elf Solobusse vom Typ Solaris Urbino 12 hydrogen an die DVG geliefert. Jetzt erweitern die vierzehn Gelenkbusse vom Typ Solaris Urbino 18 hydrogen die Busflotte. Die Anschaffung dieser 25 Wasserstoffbusse und die für den Betrieb erforderliche Wasserstoff-Tank- und Werkstattinfrastruktur ist für die DVG mit erheblichen Investitionen verbunden. Insgesamt investiert die DVG rund 20,5 Millionen Euro für die 25 Fahrzeuge und erhält dafür über den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Fördermittel vom Land in Höhe von rund 7 Millionen Euro. Für die Tank- und Werkstattinfrastruktur sind rund 20 Millionen Euro Investitionen erforderlich, von denen rund 18 Millionen Euro vom Land gefördert werden. Die jetzt in Betrieb genommene mobile Wasserstoff-Tankstelle von Air Liquide wurde ohne Fördermittel angemietet. Sie überbrückt den Zeitraum, bis die geförderte fest installierte Wasserstoff-Tankstelle errichtet und voraussichtlich Ende 2026 in Betrieb genommen wird.

Wasserstoff-Busse mit neuester Technologie
Die Busse vom Typ Solaris Urbino hydrogen werden mit Wasserstoff betrieben, der gasförmig in den auf dem Fahrzeugdach platzierten Tanks gespeichert wird. Die elektrische Energie wird durch umgekehrte Elektrolyse erzeugt, in einer Batterie zwischengespeichert, und dann dem Elektro-Antrieb zugeführt. Die einzigen Nebenprodukte dieses Prozesses sind Wärme und Wasserdampf. In jedem Bus werden ultramoderne Brennstoffzellenmodule mit einer Leistung von 70 Kilowatt und 100 Kilowatt verwendet. Der Antrieb besteht aus Traktionsmotoren mit 240 Kilowatt Leistung. Mit einer Tankfüllung erzielen die Busse zu allen Jahreszeiten eine Reichweite von mindestens 400 Kilometern.

Komfortable und sichere Ausstattung, mobilitätseingeschränkte Fahrgäste im Blick
In den vollklimatisierten Bussen mit bis zu 54 Sitzplätzen empfängt die Fahrgäste ein freundlicher Innenraum. Die DVG hat mobilitätseingeschränkte Fahrgäste besonders im Blick. Im Bereich der zweiten Tür verfügen die Busse über gleich zwei Sondernutzungsflächen in Fahrtrichtung links und rechts für Rollstühle und Kinderwagen. Für weitere Fahrgäste sind in diesen Bereichen Klappsitze vorgesehen. TFT-Bildschirme informieren die Passagiere.

Der Fahrpersonalarbeitsplatz ist ebenfalls komfortabel ausgestattet, unter anderem durch eine Klimatisierung, einen ebenfalls klimatisierten Sitz mit Lordoseunterstützung und einen elektrisch verstellbaren Innenspiegel. Sicherheit vermittelt eine Fahrpersonalkabinentür. Weitere sicherheitsrelevante Systeme wie Kamera-Außenspiegel, ein Toter-Winkel-Assistent, ein Bremsassistent, eine Rückfahrkamera und eine Verkehrszeichenerkennung unterstützen das Fahrpersonal auf ihren Fahrten.

Sie warnen das Fahrpersonal beispielsweise, wenn Fußgänger oder Radfahrer in der Nähe des Fahrzeugs auftauchen. Eine Videoüberwachungsanlage vermittelt ein zusätzliches Sicherheitsgefühl.