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200 Tonnen Sand für mehr Sicherheit

Technik einfach erklärt

Warum unsere Bahnen Sand brauchen

Wer mit der Straßenbahn unterwegs ist, hat ihn vielleicht schon einmal entdeckt: feinen Sand auf den Schienen. Was auf den ersten Blick wie Schmutz aussieht, erfüllt eine wichtige Aufgabe. 

Rund 200 Tonnen Sand kommen bei der DVG jedes Jahr zum Einsatz, damit unsere Bahnen auch bei Regen, Laub und glatten Schienen sicher unterwegs sind.

Mehr Grip auf den Schienen

Straßenbahnräder und Schienen bestehen beide aus Stahl. Das ist langlebig und robust, kann bei Nässe oder verschmutzten Gleisen aber rutschig werden. Besonders im Herbst bildet sich durch feuchtes Laub schnell ein dünner Schmierfilm auf den Schienen. Die Räder finden dann weniger Halt.

Genau hier kommt der Sand ins Spiel.

In jeder Straßenbahn befinden sich Sandstreuanlagen. Sie verteilen bei Bedarf wenige Gramm Sand direkt vor die Räder. Dadurch erhöht sich die Reibung zwischen Rad und Schiene. Die Bahn kann besser anfahren und sicherer bremsen.

Die Sandstreuer werden automatisch aktiviert, zum Beispiel bei einer Notbremsung. Bei schwierigen Streckenverhältnissen kann das Fahrpersonal die Anlage zusätzlich selbst einschalten.

Sicher unterwegs bei jedem Wetter

Sand ist nur ein Baustein für einen sicheren Fahrbetrieb. Bei Regen, Frost oder Laub passt das Fahrpersonal die Fahrweise den Bedingungen an.

Zusätzlich ist besonders im Herbst und Winter unser Schienenschleifwagen unterwegs. Er entfernt Schmutz, Laubreste und den Schmierfilm von den Schienen. So verbessert er die Haftung auf dem gesamten Streckennetz und unterstützt einen sicheren Betrieb.

Wo steckt der Sand eigentlich?

Der Sand fährt in jeder Bahn mit. Unter einigen Sitzen befinden sich insgesamt acht Sandkästen mit jeweils rund 20 Kilogramm Sand. Von dort gelangt der Sand über Leitungen zu den Streueinrichtungen an den Rädern.

Nach Betriebsschluss wird kontrolliert, ob genügend Sand für den nächsten Einsatztag vorhanden ist. Sinkt der Füllstand unter eine Markierung, werden die Kästen in der Werkstatt wieder aufgefüllt.

Sand tanken statt Diesel

Der Nachschub kommt aus einem rund 20 Tonnen fassenden Silo auf dem Betriebshof Grunewald. Von dort gelangt der Sand über ein Rohrsystem direkt in die Werkstatt.

Mit einer speziellen Sandpistole füllen unsere Werkstattteams die Sandkästen der Bahnen wieder auf. Das funktioniert fast wie das Tanken eines Autos. Nur kommt statt Kraftstoff feiner Quarzsand in die Bahn. Während des Befüllens sorgt eine Staubabsaugung dafür, dass möglichst wenig Staub entsteht.

Je nach Jahreszeit wird unterschiedlich viel Sand benötigt. Vor allem im Herbst und Winter steigt der Verbrauch deutlich an. Insgesamt verbrauchen wir jedes Jahr rund 200 Tonnen Sand.

Kleine Körner, große Wirkung

Bevor eine Straßenbahn morgens den Betrieb aufnimmt, wird geprüft, ob die Sandstreuer einwandfrei funktionieren. Erst wenn alle sicherheitsrelevanten Systeme einsatzbereit sind, geht es auf die Strecke.

Ein paar Gramm Sand pro Streuvorgang wirken unscheinbar. Zusammen sorgen sie jeden Tag dafür, dass unsere Straßenbahnen auch bei schwierigen Wetterbedingungen sicher unterwegs sind. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die den größten Unterschied machen.

Jetzt weißt du's!

Beim nächsten Blick auf die Schienen weißt du, warum dort manchmal Sand liegt. 
Hinter den kleinen Körnern steckt jede Menge Technik und ein wichtiger Beitrag für deine sichere Fahrt. ♥

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