Die neuen DVG-Bahnen

Auf dieser Seite informieren wir ausführlich über das Thema neue Bahnen.

Weiter unten gibt es alle Informationen rund um die Fahrzeuge für die Linien 901 und 903


Neue Bahnen für die Linie U79

Der Auftrag für 18 neue Stadtbahnen für die Linie U79 soll an den Hersteller Siemens vergeben werden. Nach Ende der Einspruchsfrist für Mitbewerber soll Siemens den Zuschlag am 12. Oktober 2020 erhalten.

Der Zeitplan

Die modernen Hochflurbahnen stehen für mehr Komfort und mehr Sicherheit. Im Herbst 2023 sollen die ersten beiden Vorserienfahrzeuge bei uns ankommen. Die Serien-Auslieferung der weiteren 16 Bahnen soll 2024 beginnen und bereits 2025 abgeschlossen sein.

Das Finanzielle

Wir investieren rund 55 Millionen Euro in die Bahnen und bestellen die neuen Fahrzeuge gemeinsam mit der Rheinbahn AG aus Düsseldorf. Die gemeinsame Bestellung bringt viele Vorteile: Die Rheinbahn und wir sparen beispielsweise Kosten durch die größere Bestellmenge, die Fahrzeuge von Rheinbahn und DVG können zukünftig aneinandergekoppelt werden und auch die Ersatzteile beschaffen wir gemeinsam.

Fakten rund um die neue Stadtbahn

  • 28 Meter lang, 2,65 Meter breit und bieten Platz für circa 180 Fahrgäste
  • 8 Fahrgast- und 2 Fahrertüren
  • großzügige Mehrzweckbereiche für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle
  • Stehhilfen zum Anlehnen, Klappsitze und Rampen, die vor allem
  • mobilitätseingeschränkten Fahrgästen den Ein- und Ausstieg und die Fahrt erleichtern
  • eine Klimaanlage, die im Sommer und im Winter für eine angenehme Temperatur in den Fahrzeugen sorgen soll
  • Fahrgast-WLAN
  • auch in puncto Sicherheit sind die Bahnen auf dem neuesten Stand: Sie werden unter anderem mit einem System zur Kollisionswarnung ausgestattet
  • optisch angelehnt an die 47 neuen Niederflurfahrzeuge für die Linien 901 und 903

Neue Bahnen für die Linien 901 und 903

Vorgeschichte:

Ende November 2017 stellte der Rat der Stadt Duisburg die Weichen für eine rund 135 Millionen Euro schwere Investition in 47 Bahnen – eine Bahn kostet also etwa 2,8 Millionen Euro. Der Bahntechnikanbieter Bombardier Transportation hat dann den Zuschlag bekommen.

Das Gute: Damals wurde nicht nur die Lieferung der Straßenbahnen ausgeschrieben, sondern damit verbunden auch die Ersatzteilversorgung und Instandhaltung für die nächsten 24 oder optional sogar 32 Jahre. Die Beschaffung von Ersatzteilen wird also wesentlich einfacher als bei den alten Bahnen.

Unsere neuen Bahnen sollen die Anforderungen erfüllen, modern, bequem, zuverlässig und selbstverständlich barrierefrei zu sein. Duisburg erhält mit ihnen zukunftsweisende, wartungsarme und langlebige Fahrzeuge.

Wir erklären euch hier in 3 Abschnitten alles, was es derzeit zum Thema neue Bahnen zu wissen gibt, und zeigen euch Fotos von der Planung bis zum jetzigen Stand.
Mit einem Klick auf die Frage gelangt ihr zum jeweiligen Abschnitt:

1. Wie läuft der Bau einer Straßenbahn ab?

2. Wie sind die neuen Bahnen ausgestattet?

3. Wie ist die aktuelle Lage?

Die neuen Bahnen in Zahlen

34 Meter
lang werden die neuen Bahnen sein
43 Tonnen
Material werden pro Bahn verbaut
40.000 Meter
Kabel werden in einer Bahn verlegt

Der Bau einer Straßenbahn: 7 Schritte

Bombardier fertigt die neuen Bahnen in Bautzen speziell für uns und unser Schienennetz an. Schließlich müssen die Bahnen an die Bahnsteige, in die Werkstatt und durch jede noch so enge Kurve passen.

Der Bau der Bahnen passiert in 7 Schritten, die wir euch hier kurz vorstellen. Weiter unten findet ihr Fotos der jeweiligen Schritte.

Schritt 1: Rohbau

Wagenkästen bilden das Grundgerüst einer Bahn – vergleichbar mit der Karosserie eines Autos. Die Unterkonstruktionen der Böden, Seitenwände und Dächer werden einzeln angefertigt und im Anschluss durch Schweißen miteinander verbunden. Die neuen Bahnen bestehen aus drei Wagenkästen: zwei gleichgroßen Kopfteilen und einem Mittelteil. Zusammengesetzt ist der gesamte Rohbau später fast 34 Meter lang, 2,30 Meter breit und 3,50 Meter hoch.

Schritt 2: Strahlen, grundieren, lackieren

Im nächsten Schritt werden die Wagenkästen lackiert. Zuvor werden durch Sandstrahlen Verschmutzungen und andere Verunreinigungen von der Oberfläche entfernt. Dann werden die Flächen grundiert, damit der Lack besser haftet. Wie ihre Vorgänger werden die neuen Bahnen in den DVG-Farben – rot-weiß – durch Duisburg fahren.

Schritt 3: Innenausbau

Frisch lackiert geht es an den Innenausbau: Nachdem die Böden und Fenster eingebaut wurden, werden beispielsweise Leuchten, Sitze, Haltestangen, Fahrkartenentwerter, Elektrogeräte und Monitore für die Haltestellenanzeige verbaut. Der Innenausbau eines Vorserienfahrzeugs dauert etwa zwei Monate.

Schritt 4: Zugbildung

Im vierten Schritt werden die drei frisch lackierten und von innen ausgestatteten Wagenkästen zu einer Bahn zusammengesetzt. Die Experten nennen diesen Vorgang Zugbildung.

Schritt 5: Drehgestell

Ohne die Drehgestelle dreht sich nichts. Sie sind das Fahrgestell einer Bahn und sorgen dafür, dass die Bahnen durch alle Kurven im Duisburger Netz fahren können. Zum Schluss werden die Wagen auf die vier Drehgestelle gesetzt. Drehgestelle bestehen aus einem Rahmen, an dem unter anderem Achsen, Radreifen, Federung, Getriebe, Bremsen und Motoren befestigt sind.

Schritt 6: Tests

Aus Wagenkästen, Drehgestellen und sämtlichen Innenkomponenten entsteht die Bahn, die nun von Bombardier und von uns auf Herz und Nieren geprüft wird. Zunächst wird das Fahrzeug im Stand getestet und einzelne Stromkreise eingeschaltet. Wenn die Bahn diese Tests besteht, geht es auf die Strecke. Erstmal fahren die Bahnen aber nur auf dem Firmengelände von Bombardier in Bautzen.

Schritt 7: Weitere Ausstattung

Angekommen in Duisburg bekommt die Bahne in unserer Werkstatt am Betriebshof Grunewald den letzten Schliff. Hier werden Bordwerkzeuge, wie beispielsweise Weicheneisen und Schneebesen verstaut. Unsere Kollegen führen dann noch weitere Tests auf dem Betriebshof und anschließend im Streckennetz durch. Erst wenn alle Tests bestanden sind, kommt das Fahrzeug zum Einsatz.

Das ist unsere neue Straßenbahn!

Die Ausstattung der neuen Bahnen

Der Innenraum: mehr Platz und mehr Komfort

  • Knapp 200 Menschen passen in die geräumigen neuen Bahnen (heute gibt es 175 Plätze).
  • Der Innenraum ist hell gestaltet und hat größere Fensterflächen als die alten Bahnen.
  • Zu jeder Seite gibt es fünf Außenschwenkschiebetüren, ähnlich wie Busse sie haben.
  • Die Türen führen in einen größeren Eingangsbereich, so gehen Ein- und Ausstieg schneller.
  • Breite Durchgänge erleichtern die Bewegungsfreiheit.
  • Klimaanlage und WLAN sorgen für mehr Komfort.
  • Neue Fahrgast-Informationssystem mit Doppelmonitoren zeigen Anschlussverbindungen und die Haltestellenperlschnur an.

Barrierefreiheit

  • Durch Stehhilfen zum Anlehnen und Klappsitze entsteht mehr Raum für Kinderwagen, Rollatoren, Rollstühle und Fahrräder.
  • Ein Niederfluranteil von 70 % erleichtert mobilitätseingeschränkten Menschen die Fahrt mit der Straßenbahn. Die alten Bahnen haben einen Anteil von 20 %.
  • Das gesamte Fahrzeug besteht aus einer Ebene, es gibt nur jeweils eine Stufe zur Fahrerkabine.
  • Mechanische Klapprampen an den Türen vereinfachen den Ein- und Ausstieg.

Verbesserte Sicherheit

  • Eine wesentlich größere Frontscheibe verschafft den Fahrern einen besseren Überblick über den Verkehr.
  • Ein System zur Kollisionswarnung hilft dabei, Gegenstände im Gleis leichter und schneller zu erkennen. Es warnt nicht nur, sondern leitet im Notfall auch eine Zwangsbremsung ein.
  • Ein durchgehendes Lichtband sorgt durch eine ständige Beleuchtung für eine bessere Orientierung im Fahrzeug.
  • In jedem Türbereich ist eine Fahrgastsprechstelle, mit der der Fahrgast das Fahrpersonal kontaktieren kann. Sollte die Notbremseinrichtung betätigt werden, wird eine direkte Sprechverbindung aufgebaut.
  • Es gibt weiterhin Videoüberwachung. Neu sind die Monitore für die Videoüberwachung, die in der Fahrerkabine installiert sind. Das Fahrpersonal kann damit den Fahrgastraum überblicken und in Notsituationen Unterstützung anfordern.

Energiesparend und geräuscharm

  • Wie die alten werden auch die neuen Bahnen mit Naturstrom aus Wasserkraft betrieben.
  • Rückgewonnene Bremsenergie wird zu einem hohen Anteil zum Heizen genutzt oder in das Oberleitungsnetz eingespeist.
  • Es wird ausschließlich stromsparende LED-Beleuchtung eingesetzt.
  • Auch in Sachen Lärm werden die neuen Bahnen weniger auffallen: Sie werden eine sogenannte Spurkranzschmieranlage haben, die vor allem in Kurven die Reibung und somit auch Verschleiß und Geräuschentwicklung verringert.

Die aktuelle Lage

Die erste Bahn ist nun in Duisburg angekommen. Mit ihr will man nun weitere Erkenntnisse für den Bau der weiteren 46 Bahnen gewinnen.

Unsere zuständigen Mitarbeiter waren schon vor der Auslieferung regelmäßig bei Bombardier in Bautzen vor Ort und haben während des Baus geprüft, ob es Mängel gibt. So kann sichergestellt werden, dass diese Mängel später bei den weiteren 46 Fahrzeugen nicht mehr auftreten.

Wir testen nun die neue Bahn gemeinsam mit Bombardier hier bei uns in Duisburg. Denn erst hier kann beispielsweise überprüft werden, wie gut die Bahn über die steile Rampe am Rathaus oder um enge Kurven in Ruhrort kommt.

Außerdem müssen noch über 300 Fahrer/innen und Werkstattmitarbeiter geschult werden. Auch die Feuerwehr und Behindertenverbände werden sich vorab mit der neuen Bahn vertraut machen.

Sobald alles geprüft wurde, beginnt die Serienproduktion der weiteren 46 Bahnen, die auf den Linien 901 und 903 fahren werden. Was mit den alten Bahnen passiert, steht derzeit noch nicht fest.

Wenn die neuen Bahnen kommen und die alten parallel noch in Betrieb sind, muss genug Platz am Grunewald sein. Deshalb erweitern wir den Betriebshof, um alle Bahnen und Materialien unterbringen zu können.