Ein Mann bedient den Schienenfahrzeugsimulator

Fahrsimulatoren für die DVG

Wir haben als Verkehrsunternehmen eine lange Tradition und stehen zugleich für Innovation und Modernisierung. Dazu gehören auch neueste Technologien wie beispielsweise der Einsatz von Schienenfahrzeugsimulatoren (Fahrsimulatoren). Wir verfolgen mit dem Einsatz zwei wesentliche Ziele:

  • Klimaschutz im ÖPNV
  • höhere Qualität (in der Ausbildung) für unser Fahrpersonal

Die Treibhausgasminderung ist auch der Grund, warum unser Vorhaben vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) in den Jahren 2021 bis November 2024 gefördert wird.

Die Maßnahme „NKI: Schienenfahrzeugsimulatoren zur Treibhausgasminderung im ÖPNV” trägt das Förderkennzeichen 03KSM0059.

Was sind Fahrsimulatoren und wie setzen wir sie ein?

Fahrsimulatoren bestehen aus dem Fahrerstand einer Bahn und einem oder mehreren Monitoren. Sie simulieren Bahnfahrten am Monitor und stellen sie realitätsgetreu nach.

Wir möchten zwei Bahnsimulatoren kaufen: Einen für die neuen Niederflurbahnen auf den Linien 901 und 903 und einen für die neuen Hochflurbahnen auf der Linie U79. Damit sind wir das erste Verkehrsunternehmen in der Region, das Fahrsimulatoren einsetzt.

Die Fahrerstände sehen jeweils so aus wie die der jeweiligen Bahn. Für das Fahrpersonal sieht es dann so aus, als würde es in einer echten Bahn sitzen. Hinzu kommen Plätze für weitere Beschäftigte und Fahrlehrer. So kann das gesamte Fahrpersonal jede Situation in einer geschützten Lernatmosphäre miterleben. Der Monitor im Simulator wird einen Teil des DVG-Liniennetzes abbilden. Der Hersteller steht noch nicht fest. Daher wissen wir heute noch nicht genau, wie die Simulatoren im Detail aussehen werden.

Wir wollen damit den ÖPNV in Duisburg noch sicherer machen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Denn durch den Einsatz der Simulatoren werden weniger Fahrten im Stadtgebiet notwendig sein – das schont das Klima und reduziert möglichen Lärm in der Stadt. In den Simulatoren lernt unser Fahrpersonal auch energieeffizientes Fahren. Außerdem werden weniger Fahrzeuge für die Ausbildung benötigt, die dann im Fahrgastbetrieb eingesetzt werden können.

Sie werden in der Aus-und Weiterbildung des Fahrpersonals beispielsweise zum Üben besonderer Verkehrssituationen und zur Behebung möglicher Fahrzeugstörungen eingesetzt. Wir können von Signalen über Weichen bis hin zu kritischen Situationen, Störungen und schwierigen Wetterbedingungen nahezu jede Fahrt individuell nachstellen. Die Situationen können mehrmals durchlaufen werden, was im Echtbetrieb nur mit einem hohen Aufwand oder gar nicht möglich ist. Momentan fährt die Fahrschule im praktischen Teil ausschließlich mit Fahrschulwagen durch die Stadt, was teilweise im Netz zu Verzögerungen im Betriebsablauf sorgen kann.

Nein, die Simulatoren werden die Übung in der Praxis nicht komplett ersetzen. Sie werden das Aus- und Weiterbildungskonzept effektiv und effizient ergänzen. Wir werden unter Beachtung der betrieblichen und sonstigen Anforderungen soweit wie möglich die Übungen in die Simulation durchführen. Ein großer Vorteil ist, dass wir die Trainingsbedürfnisse auf das Profil des Fahrpersonals zuschneiden und die Übungen so oft wie möglich wiederholen können.

Sie sollen ab dem Jahr 2024 bei der DVG zum Einsatz kommen.

Sie werden in den Räumlichkeiten am Bahnbetriebshof Grunewald aufgestellt.

Die Ausschreibung ist für Ende 2021 geplant. Im Sommer 2022 soll dann die Entscheidung für einen Hersteller fallen.

Übung einer (simulierten) Fahrt bei Regen

Bildquelle:
Alle verwendeten Bilder sind Beispielbilder der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv)