Zwei Jahre myBUS: DVG zieht positive Bilanz und ist Vorbild für andere Städte

26.09.2019

Der erste myBUS fuhr genau vor zwei Jahren (27. September 2017) durch Duisburg. Die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) setzte mit ihren nachfrageorientierten Mobilitätskonzept als erstes Verkehrsunternehmen bundesweit einen Meilenstein im Nahverkehr und zieht nach zwei Jahren eine positive Bilanz.


„Wir sind sehr zufrieden mit dem Projektverlauf und der Resonanz“, sagt Birgit Adler, Bereichsleiterin Markt und Betrieb bei der DVG. „Unsere Fahrgäste schätzen das flexible und individuelle Angebot.“ Vor allem seitdem myBUS in ganz Duisburg unterwegs ist, nutzen noch mehr Bürger die Kleinbusse. Die Zahl der Buchungen liegt bei 70 bis 100 pro Wochenende. „Häufig buchen Fahrgäste myBUS gemeinsam, im Schnitt fahren zwei Fahrgäste pro gebuchter Fahrt zusammen“, sagt Adler. Auch die Pooling-Rate hat sich erhöht: Die Zahl der geteilten Fahrten, bei denen Fahrgäste auf einer ähnlichen Strecke unterwegs sind, ist gestiegen. „Wir hoffen, dass myBUS immer mehr Akzeptanz bei den Duisburgern findet und sie zukünftig noch häufiger das Angebot nutzen“, erklärt Adler. Die Fahrten verteilen sich auf das gesamte Stadtgebiet. Knotenpunkte sind die Innenstadt und der Hauptbahnhof.

Fahrgäste schätzen nicht nur das unkomplizierte Angebot, sondern auch den Komfort. Die Kleinbusse haben beispielsweise WLAN. Ein weiterer Vorteil: Fahrgäste buchen und bezahlen myBUS komplett auf digitalem Weg. In der myDVG-App vereint die DVG alle Verkehrsangebote in der Stadt. „Wir werden die App gemeinsam mit unserem Software-Partner door2door weiterentwickeln und den Service für unsere Fahrgäste verbessern“, erklärt Adler. Über 27.000 Nutzer haben sich die App seit dem Start heruntergeladen. Etwa zwei Drittel der Fahrgäste sind männlich. Vor allem die junge Generation nutzt myBUS. Fast die Hälfte der Nutzer ist unter 34 Jahre alt. Über 30 Prozent der Fahrgäste sind zwischen 35 und 54 Jahre alt und 20 Prozent sind älter als 55 Jahre.

Das Konzept kommt nicht nur bei den Fahrgästen gut an. Heute folgen viele Städte in ganz Deutschland dem innovativen Mobilitätsangebot der DVG. „Die DVG hat den Einflussfaktor der Digitalisierung und die Bedeutung eines nachfragebasierten Angebots frühzeitig erkannt“, sagt Dr. Tom Kirschbaum, Mitgründer und Geschäftsführer von door2door. „Duisburg ist damit Ideengeber für viele andere Städte.“ Das Berliner Unternehmen door2door ist deutscher Marktführer für Softwarelösungen im Bereich On-Demand-Ridepooling und hat die technische Grundlage für myBUS entwickelt.

Das Pilotprojekt läuft noch bis September 2020. Bis dahin will die DVG weitere Erkenntnisse und Erfahrungen sammeln. Die DVG hatte das Bediengebiet schrittweise erweitert. Im September 2017 startete myBUS im Innenstadtbereich. Fast ein Jahr später weitete die DVG das Angebot auf weitere Stadtteile aus. Seit Anfang August dieses Jahres ist myBUS in ganz Duisburg unterwegs.

Wie funktioniert myBUS?
myBUS ist eine Ergänzung zum bestehenden Nahverkehrsangebot. Fünf Kleinbusse sind zu den Schwachverkehrszeiten am Wochenende unterwegs. Die myBUS-Fahrzeuge werden über die myDVG-App gebucht. Die App steht für die gängigen iOS- und Android-Betriebssysteme in den jeweiligen Stores kostenlos zum Download bereit. Per Smartphone können Kunden ihre Fahrtwünsche unter Angabe des Start- und Zielpunktes angeben. Die Routen für die Busse werden von einem Algorithmus in Echtzeit entsprechend der jeweiligen Nachfrage berechnet. So teilen sich Fahrgäste gemeinsame Fahrten und werden von ihren individuellen Standorten zum gewünschten Ziel gebracht. Bereits die Anfahrt des Busses lässt sich in Echtzeit verfolgen, die Fahrzeuge sind durch den myBUS-Schriftzug und durch das auffällige Außendesign mit roten Diagonalflächen gut erkennbar. Sowohl die Buchung als auch die Bezahlung des Tickets erfolgt ausschließlich per App.