Infrastrukturkampagne

Foto: Infrastrukturkampagne "Damit Deutschland vorne bleibt"
 

Die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) macht sich gemeinsam mit dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Infrastrukturinitiative „Damit Deutschland vorne bleibt“ stark für Finanzierungs- und Planungssicherheit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Foto: Klaus-Peter Wandelenus, Technik-Vorstand (2. v.l.), Karl-Heinz Staniewski, Betriebsratsvorsitzender, und Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender (4.v.l.),  mit einem DVG-Bus im Look der Kampagne vorm Berliner Reichstag.
Klaus-Peter Wandelenus, Technik-Vorstand (2. v.l.), Karl-Heinz Staniewski, Betriebsratsvorsitzender, und Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender (4.v.l.), mit einem DVG-Bus im Look der Kampagne vorm Berliner Reichstag.

Handlungsspielraum der Kommunen ist erschöpft

Zusammen mit Vertretern anderer Verkehrsunternehmen haben Vorstandsvorsitzender Marcus Wittig, Technik-Vorstand Klaus-Peter Wandelenus und Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz Staniewski am 10. September 2014 vor dem Berliner Reichstag eine Resolution an den Bundestagsvizepräsidenten übergeben. „Wer einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr anbieten will, muss auch langfristig investitionswillig und -fähig sein“, so Marcus Wittig, „Finanz- und Planungssicherheit für den deutschen Nahverkehr sind zwingend erforderlich. Da sind jetzt Bundes- und Landespolitik gefragt, denn der Handlungsspielraum der Kommunen ist erschöpft. So kann es definitiv nicht weitergehen.“

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, sind Verkehrsunternehmen aus ganz Deutschland mit 62 ÖPNV-Linienbussen nach Berlin zum Reichstag gekommen, um dort einen „Verkehrsstau“ zu simulieren. Auch ein Bus der DVG wurde im Look der Kampagne beklebt und nach Berlin gefahren. Als sichtbares Zeichen wird der Bus diese Botschaft dann auch noch eine Zeitlang in Duisburg in die Öffentlichkeit transportieren.

Bewusstein für die wirtschaftliche Situation der Verkehrsunternehmen schaffen

Als Partner der Kampagne möchte die DVG in der Öffentlichkeit und besonders in der Politik mehr Bewusstsein für die wirtschaftliche Situation der Verkehrsunternehmen schaffen. Denn für den ÖPNV sind hohe Aufwendungen notwendig. Neben den Personalkosten, die bei der DVG aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen im Fahrbetrieb bereits jetzt schon auf einem niedrigen Niveau sind, schlagen vor allem die Kosten für die Infrastruktur stark zu Buche. Hier stehen in der Zukunft wichtige Herausforderungen für das Unternehmen an: die Erneuerung der Zugsicherungs-technik, die Anschaffung von neuen Fahrzeugen, die Installation einer neuen Funk- und Datentechnik sowie die Modernisierung von Betriebsanlagen und Bahnhöfen. Dafür erwartet die DVG in den nächsten zehn bis 15 Jahren einen Investitions- und Erneuerungsbedarf von über 200 Millionen Euro. „Dieser Betrag wäre nötig, um die gesamte Hard- und Software für den Betrieb eines funktionierenden Nahverkehrs auf den neuesten Stand zu bringen“, erklärt Klaus-Peter Wandelenus. „Und um nicht zuletzt auch den stetig steigenden Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.“ Und damit steht die DVG nicht alleine da. Laut einer Studie des VDV werden in ganz Nordrhein-Westfalen in den nächsten drei Jahren rund 1,1 Milliarden Euro für die Tunnel, Fahrzeuge, Gleise und Bahnhöfe benötigt.

Förderung ist dringend nötig

Dieser künftige Finanzbedarf ist größtenteils nicht förderungsfähig, kann aber nicht allein von der Städten und Verkehrsunternehmen geschultert werden. Hier braucht es die bewährte gemeinsame Bund-Länder-Kommunal-Finanzierung mit einem ausreichenden Finanzvolumen. Bund und Land fördern bislang nur Innovationen oder Funktionsverbesserungen – Instandsetzungs-  und Erneuerungsmaßnahmen hingegen sind davon bislang, bis auf wenige Ausnahmen, ausgenommen. Dabei geht es um die Höhe der sogenannten Regionalisierungsmittel, mit denen der Bund den Nahverkehr in den Ländern subventioniert, sowie um die Mittel des Bundes für die kommunalen Verkehrswege. 2019 laufen die geltenden gesetzlichen Grundlagen aus.

„Damit in Deutschland und in Duisburg ein attraktives Nahverkehrsangebot gewährleistet werden kann, muss daher auf politischer Ebene ein Umdenken stattfinden“, so Wittig. „Der ÖPNV als Alternativoption zum Auto und mit mehreren tausend Arbeitsplätzen verdient einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft und muss dementsprechend gefördert werden, damit er für den Fahrgast bezahlbar bleibt“, ergänzt Karl-Heinz Staniewski. Im vergangenen Jahr nutzten 63,6 Millionen Fahrgäste die DVG. Das Unternehmen verzeichnete damit wieder einen Fahrgastrekord. Durchschnittlich 129 Mal fuhr im Jahr 2013 jeder Einwohner im Verkehrsgebiet der DVG mit deren Bahnen und Bussen. Die DVG gilt als wichtiger Standortfaktor für Wirtschaft und Bevölkerung in Duisburg. „Und nicht zuletzt gehört Mobilität für alle zur Daseinsvorsorge, damit Beweglichkeit und Flexibilität nicht zum Luxusgut werden“, weiß Wittig. „Allerdings benötigt der Nahverkehr auch das Bekenntnis von Bund und Land: Langfristig tragfähige Finanzierungslösungen müssen gemeinsam entwickelt werden. Rückschritte können wir uns nicht erlauben.“

Weiterführende Infos:

Webseite der Infrastrukturkampagne:

www.damit-deutschland-vorne-bleibt.de

 
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